Mediations AG

Schüler helfen Schüler Streit zu schlichten:

Die Lehrerinnen Michaela Tabales und Dorothee Steffen haben haben an unserer Schule, der GemS St. Ingbert – Rohrbach, ein Streitschlichtungssystem aufgebaut.

Dabei sind Schüler und Schülerinnen aller Altersgruppen vertreten. Diese werden unter Anleitung der beiden Kolleginnen zu Streitschlichtern (Mediatoren) ausgebildet. Diese sogenannte Mediations-AG ist Hilfe zur Selbsthilfe. Bei Problemen unter Schülern sollte  nicht die Frage im Mittelpunkt stehen: „Wer hat Schuld?“, sondern lieber sollte man fragen: „Wie lösen wir das Problem gemeinsam?“.

Aus dem „Konfliktlösungs- und Mediationstraining“  gewinnen unsere Mediatoren Erfahrungen und Erkenntniss, die ihnen auf ihrem weiteren Lebensweg nützlich sein können.

Das Bild zeigt unser Filmteam zur Produktion des Lehrfilmes zur Mediation, der an unserer Schule gedreht wurde.GruppenbildMediation

Dabei heißt Mediation wörtlich übersetzt Vermittlung. Gemeint ist die Vermittlung in Konflikten (Streitigkeiten) durch neutrale (allparteiische) Dritte, die Mediatoren. Nicht Lehrer sollen diese Rolle ausfüllen, sondern die in der Mediations-AG ausgebildeten Schüler/innen.

Diese Mediatoren helfen den Streitenden die Hintergründe ihres Streits zu verstehen und somit die Streitenden anzunähern und sie in die Lage zu versetzen selbst eigene Lösungen zu finden. Natürlich gibt es auch Grenzen der Mediation, wenn zum Beispiel Drogen im Spiel sind.

Doch bleibt das Programm eine großartige Möglichkeit Kommunikationsblockaden aufzulösen und verdeckte Konflikte ans Tageslicht zu bringen. Mediation ist also ein Verfahren zur konstruktiven Konfliktlösung, bei der es möglich ist, dass es keinen Verlierer gibt, sondern nur Gewinner.

Grundannahmen der Mediation sind: Konflikte gehören zum Leben, Streit ist etwas ganz Normales. Konflikte sind aber auch belastend und nehmen Energien für Wichtigeres. Menschen sind fähig Konflikte selbst zu lösen. Selbst entwickelte Lösungen sind dabei immer besser und entsprechen eher den Bedürfnissen der Streitenden als fremdbestimmte Lösungen. Und zuletzt: Wer gelernt hat Konflikte durch Mediation für beide Streitende befriedigend zu lösen, wird Mediation auch in zukünftigen Konflikten nutzen.
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Folgende Gründe sprechen für den Einsatz von Mediation und deshalb hat sich die GemS St. Ingbert – Rohrbach dafür ausgesprochen, das Programm wieder zum festen Bestandteil des Schulalltags werden zu lassen:

Im Jugendalter nimmt der Einfluss von Erwachsenen als Sozialisationsinstanz ab, während die Gleichaltrigengruppe an Einfluss auf Einstellung und Verhalten gewinnt. Außerdem sind Gleichaltrige eher in der Lage sich in die Gefühls- und Erlebniswelt ihrer Altersgenossen einzufühlen als Erwachsene. Darüber hinaus besteht kein Autoritätsgefälle wie zwischen Erwachsenen und Jugendlichen. Es kann daher eher eine Atmosphäre der Angstfreiheit und Offenheit hergestellt werden.

Kinder und Jugendliche, die in der Mediation erlebt haben, dass sie ohne Hilfe von Erwachsenen Konflikte lösen können, erfahren einen Zuwachs an Selbstwertgefühl und sozialer Kompetenz. Kinder und Jugendliche erfahren auch, dass sie selbst die Atmosphäre in ihrem Umfeld positiv beeinflussen können und entwickeln Verantwortung dafür.

Zuletzt sei auch das noch gesagt: Wer in der Kindheit und Jugend die Fähigkeit zur konstruktiven Konfliktlösung erworben hat, ist auch als Erwachsener in Beruf und Privatleben eher in der Lage mit Konflikten konstruktiv umzugehen.

Viele gute Gründe also für eine Mediations-AG. Die GemS St. Ingbert – Rohrbach geht mit diesem Projekt einen vorbildlichen Weg.

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